Was machen eigentlich unsere ehemaligen Gewinner

Seit 2004 suchen wir in jedem Jahr „Die junge Kraft der Haller“. Und zwar drei Gewinner pro Ausgabe. Da sind mittlerweile schon so einige zusammen gekommen. Ich habe mich gefragt, was eigentlich aus ihnen geworden ist. Deshalb habe ich mich auf die Suche gemacht und schöne und spannende Geschichten aus dem Leben unserer Gewinner entdeckt. Mehr verrate ich aber nicht. Lest selbst 😉

Interview mit Rebecca Kahmann

Warum hast du Dich bei unserem Wettbewerb beworben?

Ich wurde eigentlich eher durch einen Freund beworben. Er hat vorher gefragt ob ich etwas dagegen hätte. Wenn ich mich richtig erinnere, war ich am Anfang nicht so begeistert von der Idee, weil ich fand, dass er sich zu viel Mühe macht. Aber er hat mich so lange weichgekloppt, bis ich zugesagt habe. Schließlich hat sich herausgestellt, dass meine Befürchtungen auch vollkommen falsch und überflüssig waren. Beworben hat er mich unter anderem für das Engagement in der ev. Jugendarbeit und in der Schülervertretung des Kreisgymnasiums Halle. Dass ich am Ende einer der Gewinner war, hätte ich nie gedacht

Was sagst Du zu unserem Wettbewerb?

Ich finde es ist eine super Idee junge Leute für ihr Engagement zu belohnen. Häufig macht man sich auch selbst gar nicht bewusst, wie wichtig und hilfreich die eigene Arbeit eigentlich für andere ist. Der Wettbewerb „Die junge Kraft der Haller“ gibt die Chance auch Menschen zu ehren, die vielleicht eher im Hintergrund arbeiten, deren Arbeit aber natürlich genauso wichtig ist. Außerdem ist es natürlich eine wirkliche Belohnung für sein Engagement 500 Euro zu gewinnen. Ich finde, das ist eine nette Art „Danke“ zu sagen.

Warum findest Du es wichtig, sich zu engagieren?

Sich zu engagieren bringt jedem was. Es hilft der Organisation oder den Menschen, für die du dich einsetzt und du selbst lernst eine Menge praktische Dinge für dein Leben. Ich habe zum Beispiel durch die Mitarbeit in der Gemeinde und in der SV gelernt, vor größeren Gruppen Menschen zu reden und effizient in Gruppen zu arbeiten. Diese Erfahrungen kann ich jetzt während meines Studiums sehr gut nutzen.

Was würdest Du anderen raten, warum sollte man sich bei unserem Wettbewerb bewerben?

Zum einen hat man natürlich die Chance 500€ zu gewinnen. Aber es ist auch überraschend, wie viele deiner Mitmenschen zum Beispiel durch die Zeitungsartikel über den Wettbewerb merken, wie viel Zeit du eigentlich in andere investierst. Das ist ein wirklich angenehmes Gefühl. Außerdem ist es auch für die Jury immer spannend zu sehen, wie viele junge Leute sich in Halle engagieren und wie sie das tun. Je mehr Haller sich engagieren, desto mehr blüht unsere Stadt auf. Und je mehr uns bewusst wird, wie viele Menschen sich eigentlich engagieren, desto mehr haben wir einen Grund stolz auf unsere Stadt zu sein.

Hast Du einen Tipp für die Bewerbung?

Zählt alles auf, was Ihr so tut. Kümmerst Du Dich häufig um Deine Nachbarskinder? Das ist super, dann schick eine Bewerbung ab! Oder leitest Du eine Sportmannschaft bzw. AG in der Schule? Auch das ist eine Art, sich zu engagieren! Jede Art von Engagement ist erwähnenswert und wichtig: Also bewirb Dich oder Deine Freunde. Beschreib dabei am besten so gut wie möglich, was Du genau tust und falls Dir Gründe einfallen, gerne auch warum Dein Engagement wichtig ist.

Rebecca_Kahmann

Siegerin 2012: Rebecca Kahmann (rechts)

 

Reisebericht Kevin Hofbüker (Gewinner 2012)

Kevin hat 2012 unseren Wettbewerb „Die junge Kraft der Haller“ gewonnen. Ausschlaggebend war sein großes Engagement für seine Mitmenschen in vielen verschiedenen Bereichen hier in Halle. Nach seinem Abitur wollte Kevin dann aber etwas mehr von der Welt sehen und ist seit einigen Wochen in Serbien, wo er ein Freiwilliges Soziales Jahr in einem Jugendzentrum macht. In einem Reisebericht hat er uns verraten, wie es ihm dort geht.

 

Kevin Hofbüker, Gewinner des vergangenen jahres, berichtet von seinem FSJ in Serbien.

Kevin Hofbüker, Gewinner des vergangenen jahres, berichtet von seinem FSJ in Serbien.

Hallo, ich bin Kevin und habe 2012 den Wettbewerb gewonnen. Ausgezeichnet wurde ich für meine Tätigkeiten in der evangelischen Jugendarbeit, für mein Engagement als Schülersprecher an der Peter-August-Böckstiegel-Gesamtschule und die Partnerschule in Kenia sowie dem Mother of Mercy Center. Dabei wurde hervorgehoben, dass mir die Förderung von anderen Jugendlichen sehr am Herzen liegt.

Nachdem ich mein Abitur 2013 absolviert hatte, wollte ich unbedingt ein Freiwilliges soziales Jahr im Ausland machen. Seit 2010 hatte ich den Wunsch nach Serbien zu gehen, aus dem ein Teil von mir stammt, um auf eigene Faust das Land und seine Menschen kennen zu lernen. Ich brauchte auch eine Auszeit zwischen Schule und Studium. Gleich im Anschluss ein Studium zu beginnen, konnte ich mir nicht vorstellen. Natürlich spielte der soziale Aspekt eine ebenso große Rolle, wie auch die persönliche Selbstfindung. Ich habe lange nach einer FSJ-Stelle in Serbien gesucht, bis ich auf Deutschlands größte Jugendhilfsorganisation „Schüler-Helfen-Leben“ gestoßen bin, die viele Projekte auf dem Balkan unterstützen.

Hier meine ersten Eindrücke aus Serbien:

„Kevin you have to be lazy“. Diesen Satz bekomme ich oft zu hören, wenn ich mal wieder mehr machen will, als gerade gefordert ist. Inzwischen habe ich mich damit arrangiert. Am Anfang war ich sehr verwundert, wie lebendig Zaječar doch ist. Es gibt fast jede Woche irgendwo ein Konzert oder eine Veranstaltung in der 50.000-Einwohner Stadt. Inzwischen stelle ich aber auch fest, dass nicht alles Gold ist was glänzt. Die Jugendlichen haben nur sehr wenig Möglichkeiten sich während oder nach der Schulausbildung weiter zu entwickeln und sich zu entfalten. Genau da setzt die Arbeit des Jugendzentrums an: Es bietet den Jugendlichen die Möglichkeit kulturelle Programme, wie Konzerte und Ausstellungen wahrzunehmen oder auch durch kreative Workshops neue Fähigkeiten zu erwerben. Dabei darf ich den Programmmanager Jan bei den Angeboten unterstützen. Ich bin unheimlich froh in einem so wertvollen Projekt mit zu arbeiten. Hier kann ich meine Fähigkeiten, die ich in der Jugendarbeit in Halle/Westfalen erworben habe, gut anwenden. Ich habe schon viele Ideen, wie ich meine Mitarbeit im Jugendzentrum mitgestalten will. In meinem Alltag treffe ich mich mit meinen neuen Freunden. Wir laden uns häufig gegenseitig zum Essen in unsere eigenen vier Wände ein. Die Menschen hier haben mich mit offenen Armen empfangen. Ich fühle mich sehr wohl in der kleinen Stadt Zaječar. Der Jugendförderwettbewerb „Die junge Kraft der Haller“ der TWO hat mich durch die 500 Euro Preisgeld ein Stück näher an meine Wunschstelle hier in Serbien gebracht. Wenn du jemanden kennst der auch etwas für andere Menschen tut oder Du Dich selbst sozial engagiert dann bewirb Dich einfach.

Збогом und auf Wiedersehen wünscht

Kevin Hofbüker

Interview mit Ellen Liska (Gewinnerin 2008)

  1. junge kraft_porträt

    Ellen Liska

    Warum hast du den Wettbewerb „Die junge Kraft der Haller“ gewonnen?
    2008 wurde ich für meine Mitgliedschaft bei der THW-Jugend in Halle ausgezeichnet. Zu der Zeit war ich 16 Jahre alt und ging noch in Halle auf das Kreisgymnasium. Beim THW war ich bis zu dem Beginn meiner Grundausbildung in der Jugend aktiv. Mit 14 habe ich etwa angefangen. Wir hatten jeden zweiten Samstag Dienst und haben alles Mögliche geübt, was das THW bei Einsätzen gebrauchen könnte: Brücken, Seilbahnen oder Dämme bauen und Verletzte bergen. Wir haben auch an Wettkämpfen teilgenommen und mussten dementsprechend üben. Zum Beispiel, wie man einen Dreibock bindet, oder einen Stuhl aus zwei Holzlatten baut.

  2. Wusstest du, dass du beworben wurdest?
    Ich habe mich nicht selber beworben und habe nur durch einen Zufall mitbekommen, dass ich von meinen THW-Ausbildern beworben wurde. Ungefähr eine Woche bevor der Anruf kam, in dem mir mitgeteilt wurde, dass ich gewonnen hatte, habe ich durch einen Versprecher meines THW-Ausbilders von dem Wettbewerb, sowie meiner Teilnahme erfahren.
  3. Was hat dir die Auszeichnung bedeutet?
    Viel. Für mich war es keine bemerkenswerte Sache, dass ich, damals als einziges Mädchen, bei der THW-Jugend in Halle aktiv war. Erst durch die Auszeichnung ist mir bewusst geworden, dass meine Mitgliedschaft durchaus bemerkenswerter war, als ich annahm.
  4. Was hast du seitdem so gemacht?
    Ich war während meiner Schulzeit noch einige Jahre beim THW aktiv und habe 2011 meine Grundausbildung begonnen. Die Grundausbildung musste ich jedoch leider abbrechen, weil ich 2012 angefangen habe in den Niederlanden Horse Businessmanagement zu studieren.
  5. Engagierst du dich heute auch noch?
    Durch mein Studium in den Niederlanden bin ich momentan nicht mehr beim THW aktiv und engagiere mich momentan auch nicht anderweitig.
  6. Warum findest du es wichtig, sich zu engagieren?
    Ich finde es durchaus wichtig sich zu engagieren. Allerdings nur, wenn die Motivation zum Engagement ehrlich ist. Wenn man sich wirklich mit Herzblut und nicht aus Prestigegründen engagiert kann man ein tolles Vorbild für andere sein.
  7. Warum sollte man sich bei unserem Wettbewerb „Die junge Kraft der Haller“ unbedingt bewerben?
    Man sollte für sein Engagement honoriert werden und wenn man der Meinung ist etwas bemerkenswertes zu leisten, sollte man sich bewerben, um gegebenenfalls dafür ausgezeichnet zu werden, damit man sich noch motivierter und noch vorbildlicher weiterengagieren kann.

Gewinnerin Nr.4: Katharina Kienker

Unsere Siegerin Katharina Kineker im Alter von 20 im Jahr 2004

Unsere Siegerin Katharina Kineker im Alter von 20 im Jahr 2004

Als ich letzte Woche die Zeitung aufgeschlagen habe, hat mich Katharina Kienker, unsere Gewinnerin von 2005, im Brautkleid angelächelt. Gemeinsam mit ihrem Mann Christian Schacht als „Brautpaar der Woche“. Was für eine Überraschung, die erste Hochzeit bei der Jungen Kraft. Dazu möchten wir Dir, Katharina, ganz herzlich gratulieren!

Mit 19 Jahren hat sie den Wettbewerb als die „Große Schwester“ der Straßenkinder von Lima gewonnen. Als frischgebackene Abiturientin wollte Katharina erst einmal etwas von der Welt sehen und ist in die peruanische Hauptstadt Lima gereist. Und zwar in ein Mädchen- und ein Jugendhaus, in dem sie 40 Straßenkindern bei ihren Hausaufgaben und alltäglichen Problemen unterstützt hat. Als Spielgefährtin und Freundin hat sie den Kindern das Lachen und das Gefühl zurückgegeben, Kinder sein zu dürfen. Um sich ihren Traum erfüllen zu können, hat Katharina für ihr Flugticket gejobbt, Geldspenden im Freundeskreis gesammelt und eine „Lima-Party“ organisiert.

Davon, dass sie für den Wettbewerb beworben wurde, wusste Katharina nichts und war überrascht, als sie im Winter 2005 eine E-Mail bekommen hat, in der ihr die Jury zur Gewinnerin des Wettbewerbs gratuliert hat.

„Für mich war die Auszeichnung eine Riesenüberraschung, die ich natürlich erst einmal gar nicht glauben konnte. Für mich bedeutet diese Auszeichnung zurzeit, in der die Arbeit mit den Straßenkindern oft ganz schön anstrengend ist, sehr viel. Sie schenkt mir ein wenig neue Kraft, die ich im Moment sehr gut gebrauchen kann“, hat Katharina damals in einem Brief geschrieben.

 

Die erste Gewinnerin ist also mittlerweile verheiratet. Und viele von Euch werden Katharina nach den Sommerferien bestimmt öfter sehen: Dann ist sie nämlich Spanisch- und Geschichtslehrerin am Kreisgymnasium Halle.